Projekt Eigenheim

Ich gehöre aktuell zu der Altersgruppe, in der sich alles in diesen Tagen um den Aufbau des eigenen Lebens dreht. Eigene Familie, Karriere und Eigenheim. In diesem Dreieck scheint sich alles zu drehen und auch ich bin hiervon keine Ausnahme.

Mein aktuelles Ziel ist das Eigenheim. Und auch wenn ich mich dieser Aktion solo abreißen möchte, die enorme Entscheidungsfreiheit mit nur wenigen Kompromissen viele interessante Möglichkeiten eröffnen, scheinen die aktuellen Herausforderungen alla Baukosten, Handwerkermangel und hohe Kreditzinsen scheinen an manchen Tagen unüberwindbare Hindernisse zu sein.

Der einzige Weg durch diese Herausforderungen sind das Abarbeiten von vielen kleinen Einzelschritten von denen einem jeder einzelne dem Ziel der eigenen vier Wände ein kleines Stück näher bringt. ich bin gerade erst am Anfang auf diesem spannenden Weg und möchte euch auf ihn mitnehmen.

Was soll es den können?

Zwischen Freunden und Verwandten ist dies nicht das erste Bauvorhaben. Selbst für meine jetzige Planung sind schon diese Erfahrungen wertvoll zu sehen, wie Sie ihre Ideen und Wünsche beschreiben und was am Ende zur Erfüllung ausgestaltet wurde. Selbst dies initiierte in mir eine gewisse Selbstreflexion meiner Vorstellungen ein.

Heute kann ich in einem Neubaugebiet die Hauptstraße hochschauen und weiß, dass ich viele Details anders lösen möchte. Grundsätzlich gehe ich davon aus, man hat gebaut, was man haben möchte und die Entwickler nebst Bauunternehmen bedienen die bestehende Nachfrage. Um mein größtes Problem gleich von vornherein zu benennen; sehr viele traditionelle und moderne Bauformen, die ich hier vor Ort sehe, berauben einem sehr viel Zukunftspotenzial. Ganz oben auf der Wunschliste der Bauherrinnen und Bauherren scheint offensichtlich der Wunsch der möglichst großen eigenen vier Wände zu sein, mit einem Hang zum Luxus. Dies wird dann von der relativ deutschen Haltung untermauert, dass wenn man schon einmal baut, dann gleich richtig. Final für die Ewigkeit. Und auch koste es, was es wolle. Hauptsache, man kann es sich irgendwie leisten.

Ich vermisse an dieser Stelle einfach die Berücksichtigung der Auswirkungen auf die eigene Lebensqualität. Was kostet mich der Nutzen, wie „sicher“ ist dort mein Leben, bin ich immer auf die öffentliche Ver- und Entsorgung angewiesen oder schaffe ich mir ein Backup für vorhersehbare Umstände wie einen längeren Stromausfall. Wie wirkt sich der Grundriss und die benötigten Anlagen auf das eigene Leben aus. Wie zum Beispiel gefällt eine laufende Wärmepumpe im Vorgarten? Oder gefällt mir die Ästhetik von einer Doppelgarage in der Hausfront oder das ewig parkende Auto direkt vor der Haustür?

Ein Grundriss und die grobe technische Ausstattung bedeutet immer, einen Kompromiss zu finden. Und je genauer man sich im Klaren über die eigenen Wünsche und Prioritäten ist, desto zuverlässiger kann man sich durch diese Unklarheiten hindurch navigieren.

PV-Anlage neu gedacht

Ich persönlich bin beispielsweise der festen Überzeugung, dass einem die laufenden Kosten im Leben auffressen. Ich bin eher bereit eine größere einmalige Summe auf den Tisch zu legen, als laufende Kosten in Kauf zu nehmen. Für mich und mein Haus habe ich die Strom- und Heizkosten als wichtigste Hebel identifiziert, an denen ich selber Hand anlegen kann.

Auch war mir von Anfang an klar, dass mein Haus um eine leistungsstarke PV-Anlage herum entwickeln möchte und bereit bin hierfür auch schon einige tiefe Kompromisse einzugehen. So mache ich beispielsweise kompromisslosen Gebrauch von der freien Südausrichtung und einem Dach in der Richtung komplett ohne Lücken durch Dachfenster und Verschattung durch Giebel oder Schornsteine. Das hat schon in den frühen Phasen der Grundrissentwicklung einige Tribute gefordert. Aber ich bin froh an dieser Stelle mit guten Architekten zusammenarbeiten zu können, um die Vor- und Nachteile frühzeitig abschätzen zu können. Und auch zwei von drei meiner früheren Ideen haben diesen Prozess schlichtweg nicht überlebt. An dessen Stelle sind aber durch simple Recherche und aufmerksames durch das Leben gehen viel schönere Ideen entwickelt.

Die Grundidee ist, mit einer dachintegrierten Photovoltaikanlage einen Großteil der benötigten Energie für das Leben im Haus selber zu erzeugen und durch geeignete Backup-Lösungen für ungewöhnliche Zeiten vorzusorgen. Hierfür gibt es im Internet erstaunlich viele frei verfügbare Informationen mit denen man mit simplen Planspielen eine grobe Vordimensionierung vornehmen zu können. Geht die Rechnung schon hier auf, dann sind viele Details später schon gar kein Problem mehr.

Aber Butter bei die Fische, ohne Zahlen geht es nicht. Nach den ersten Entwürfen kann ich auf dem Dach irgendwas zwischen 12 und 15 kWp auf einem dafür optimierten Dach eines Einfamilienhauses realisieren. In den Breiten meiner Heimat sind zudem 950 kWh/kWp im Jahresertrag realistisch, wobei der Hauptertrag natürlich im Sommer liegt. Gleichzeitig ist der Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses nach EH55 oder HE40-Standard relativ gleichmäßig verteilt zwischen Heizenergie im Winter, Heißwasser für Küche und Bad und direktem Stromverbrauch von 10 kWh pro Tag, über das ganze Jahr hinweg. Dazu mal eine kleine Übersicht auf die einzelnen Monate heruntergebrochen:

Was zunächst einmal nach einem krassen Missmatch aussieht, ist tatsächlich gar nicht einmal so schlimm. Der Mehrverbrauch im Winter zum Heizen der Wohnung ist überschaubar und von Frühjahr bis Herbst gibt es mehr als genug Energie für E-Auto oder Klima/Lüftung. Mit den aktuellen und langfristig realistischen Marktpreisen für Strombezug von 35 Cent/kWh bei Bedarf und Verkauf von ~7 Cent/kWh während der Überproduktion ergibt das diese monatlichen Ergebnisse.

Auch wenn die Wintermonate nicht schön aussehen, ist das Jahresergebnis noch immer leicht positiv, und das bei einer PV-Anlage, die noch nicht einmal die komplette Premiumseite nach Süden abdeckt. Dazu keine teure Wärmepumpe oder Gas-Zusatzheizung. Und an dieser Stelle habe ich mich schnell gegen solche Geräte entschieden. Wozu sollte ich mir mit einer modernen Wärmepumpe weitere Technik anschaffen, warten und irgendwann ersetzen, wenn in Summe ein vergleichbares Ergebnis dabei herauskommt bei deutlich weniger Einsatz?

Resilientes Energiesystem

Damit meine Idee auch aufgeht, muss ich mir auch einige Gedanken über den Energiebedarf, in welcher Form sie benötigt wird und die Speichermöglichkeiten für die Energie Gedanken machen. Denn wie die oberen Grafiken schon zeigen, ist die Energie längst nicht immer dann verfügbar ist, wenn sie auch benötigt wird.

Gleichzeitig muss man auch die Interaktion der einzelnen Systeme untereinander im Blick behalten. Wenn ich keine Energie speichern kann, dann muss ich immer irgendwie den Verbrauch anhand der Produktion steuern, wenn ich den Eigenverbrauch zwecks Kostenminimierung optimieren möchte. Das bedeutet dann auch, dass verschiedene Systeme miteinander kommunizieren müssen, was für mich als Leihe gar nicht so einfach umzusetzen ist. Baue ich jetzt einen Speicher, kann ich mit steigendem Speichervermögen die Teilsysteme immer weiter verdummen, da ich den Verbrauch immer weiter von der Produktion trennen kann. Gleichzeitig kostet der Speicher auch Geld, sodass ich persönlich ein großes Interesse daran habe, es nicht zu übertreiben.

Am anderen Ende kann ich die Hauptsysteme mit wenig Aufwand optimieren und durch clevere Schnittstellen und Reservesysteme ein Haus mit mehreren Backup-Ebenen schaffen. Beispielsweise kann ich durch das Senken der Vorlauftemperatur für die Raumheizung in dem gleichen Speicher eine größere Wärmemenge entnehmen. Das Paradebeispiel hierfür ist die Umsetzung einer Fußbodenheizung statt klassischer Heizkörper. Aber selbst die Fußbodenheizung kann ich mit dem Flow-30-Prinzip noch weiter für meine Zwecke optimieren. Die Wärmeversorgung im Winter kann ich mit einem Karmin und Brennholz aus dem eigenen Betrieb ergänzen. Einerseits senkt dies die Stromkosten zum Heizen, andererseits funktioniert der, auch wenn das öffentliche Stromnetz doch einmal ausfallen sollte. Für eine Notversorgung Strom brauche ich dann dank PV-Anlage und Speicher auch kein Kleinkraftwerk mehr, sondern komme mit einem kleinen Propangasgenerator aus. Ich finde das alles ziemlich geil, weil es Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen bietet.

Das Wartespiel

Man wartet immer auf eine Rückmeldung, Entscheidung, Angebot, Termin oder die Fertigstellung eines Arbeitspakets. Irgendjemand ist gerade immer mit anderen Terminen und Aufgaben belegt, im Urlaub, durch Krankheit verhindert oder ganz schlicht priorisiert sein Privatleben höher als sein Erwerbsleben, an dessen Ende ich hänge.

Und all das ist vollkommen in Ordnung so!

Ein Projekt wie dieses ist nicht die eine große Entscheidung, der eine alles entscheidende Termin oder die eine Unterschrift, mit der alles finalisiert wird. Es ist stattdessen eine lange Reihe von vielen kleinen Entscheidungen, von denen keine richtig oder falsch ist. Vielmehr geht es darum, den eigenen Weg zu finden, der den eigenen Vorstellungen und Wünschen entspricht. Gleichzeitig schafft die Zeit einen Raum zum Gedankenaustausch und überhaupt erst die Möglichkeit, kreativen Einfluss auf viele Gewerke zu nehmen. Viele Handwerke beraten gerne zu Möglichkeiten und sind auch i.d.R. daran selber interessiert, neue Wege zu gehen, wenn man diesem nur den benötigten Raum und Zeit dafür gibt.

Sein eigenes Zentrum sein

Eine der wichtigsten Rollen meiner selbst in diesem Projekt wird mir jetzt, nunmehr über 2 Jahre im Projekt, bewusst. Dieser Wunsch, der sich Schritt für Schritt aus meinem Handeln herauskristallisiert, ist mein Gedankenkind. Ich bin das Zentrum der Anforderungen und Umsetzung. Egal, wie in naher Zukunft die verschiedenen Gewerke umgesetzt werden sollen, bleiben diese Ausdruck der Information, die ich zuvor kommuniziert habe. Setzte ich ein mir wichtiges Thema ein, das von dem gängigen Standard abweicht, dann wird es auch umgesetzt werden.

Vom Raumprogramm zum Grundriss

Denn so wie ich mehrere Standorte nacheinander ausprobieren musste, haben sich mit den verschiedenen örtlichen Eigenschaften immer wieder neue Ideen für ein schönes Wohngefühl eingestellt. Gerne hätte ich etwas mit Sichtachsen ins Panorama oder mit verschiedenen Höhenebenen gearbeitet, aber all das bietet mein jetziger Standort einfach nicht. Stattdessen bin ich umgeben vom Grün der Planzen in deren Zweigen und Blättern sich gerade in den Abendstunden schöne Spiele aus Licht und Schatten wegen werden. Weil es also rundherum Blickdicht ist, kann ich dies auch in der Innenraumgestaltung mit aufnehmen und hier mit Licht eine Größe im Inneren gestalten auf die ich mich sehr freue.

Und so habe ich auch auf Anraten meiner Architektin viele geplante Features in dieser Zeit auf die Probe gestellt, um herauszufinden was ich wirklich will. Letzten Endes kam ich dann auch zu dem Schluss, dass mir ein angenehmer Alltagsablauf viel wichtiger ist als so manches Designfeature: [Welche Zimmer Positionierung und optimale Größen Coming Soon]

Kostenplanung

[Herstellungskosten 2000 bis 3500 und Bankfinanzierung 500/100000

Coming Soon]